Montag, 21. März 2011
Monotonie
Ein lautes Gitarrenriff von Opeth reißt mich aus dem Schalf. Angenervt und übermüdet warte ich bis der Lärm endet und sich die Schlummer Funktion meines Handys einschaltet.
Entweder stehe ich beim zweiten klingen auf, gehe in die Küche, schalte die Kaffeemaschiene an und begebe mich ins Bad. Nachdem ich dort fertig bin trinke ich meinen Kaffee während ich alle Dinge für den folgenden Schultag in den Ranzen packe, begebe mich dann ins Auto und fahre los.
Oder ich lasse es solange klingen bis ich aufgrund Zeitmangels aus meinem Bett springe, irgendwie versuche die notdürftig übergeworfene Kleidung zu ordne, meinen Ranzen greife (so wie er ist) und so schnell wie möglich losfahre.
Nun beginnt die Schule.
Woche für Woche die selben Stunden, Tag für Tag die selben Leute und jedes mal in der ersten Pause überprüfe ich mein Portmonee drauf ob es genug Geld für einen Kaffee enthält.
Ich freue mich über Dinge, lache und bin Glücklich - bin aber ebenso oft, wenn nicht sogar öfter, angenervt, unmotiviert und habe Probleme mit den Menschen um mich herum (bzw. eher sie mit mir).
Um 16:00 Uhr endet die Schule, ich fahre einige Mitschüler nach Hause, bleibe vielleicht mal kurz bei einem Freund.
Irgendwann bin ich jedenfalls wieder daheim.
Hier werfe ich oft erneut die Kaffeemaschine an und setze mich vor meinen Computer, mache Musik an und drehe die Boxen auf. Nachdem ich überprüft habe das sich nirgends etwas interessantes ereignet hat mache ich mir mein Essen. Danach versinke ich wieder vor meinen Computer und mache diverse Dinge (z.b. in diesem Blog schreiben) oder gehe vorher noch einmal spazieren.
Irgendwann, meist spät Nachts, verliert das Koffein seine Wirkung und ich falle ins Bett.
Am nächsten morgen weckt mich erneut jenes Gitarrenriff von Opeth und alles beginnt von vorn.

Mein Leben scheint sich in einer Schleife zu drehen. Es gibt keine Höhe- oder Tiefpunkte, nichts besonderes, alles läuft immer nach dem selben Muster ab.
Verglichen mit einem Gemälde würde ich sagen das mein Leben einen Schönen Rahmen hat. Allerdings ist Leinwand leer.
Ich wechsle oft meinen Klingelton, meinen Desktop Hintergrund, meine Kaffeemarke. Doch das sind nur oberflächliche Änderungen, das Grundprinzip bleibt gleich.
Mein Leben ist langweilig.

Wenn ich mich irgendwo auf eine Wiese setze (die mir langweilig erscheint, da ich dort schon zu oft gesessen habe) und Nachdenke, dann gibt es einen Moment in dem ich die Schleife durchbreche.
Ich denke immer über verschiedene Dinge nach, zerbreche mir immer wieder den Kopf über andere Dilemmata und Träume von anderen Dingen.
Die Wolken da oben sind immer andere als letztes mal und die Vögel am Himmel scheinen auch nie die gleichen zu sein.

Doch diese Abwechslung ist nur von kurzer Dauer und bald schon zieht mich Väterchen Alltag wieder unter seinen Mantel.

Zusammenfassend würde ich sagen, das meinem Leben eine Farbton fehlt, etwas das all der langweiligen Monotonie einen Sinn gibt und sie in einem neuen Licht erscheinen lässt.
Viellicht gibt es diese Farbe ja bereits.
Jedenfalls sehe ich sie nicht.



Montag, 14. März 2011
Was mein Herz erfreut
Wieder löst eine kleine, unbedeutende Konversation mit Freunden in mir eine Gedankenflut aus.
Ein Freund hat seiner Freundin Donald Duck hefte gekauft und wird ihr jeden Mittwoch eines dieser Hefte schenken und somit ihr Herz mit Freude füllen.

Nun fragte ich mich, was mein Herz den erfreuen könnte?
Was es denn in meinem momentanen Leben gibt das mich wahrhaftig glücklich machen kann.
Was mich ebenso freut wie das Geschenk eines geliebten Menschen.

(Als ich meine Gedanken äußerte wurde ich natürlich mal wieder als "Idiot" beschimpft und mit "ahnungsloser" betitelt...)

Während ich in der nun folgenden Deutsch Stunde halbherzig das Gedicht Zwielicht von Eichendorff interpretierte dachte ich weiter darüber nach.

Obgleich ich viel Lache und mir oft die Zeit mit Blödeleien vertreibe fühle ich mich nur selten wirklich Fröhlich. Diese Freude ist nur sehr oberflächlich und nicht von Dauer.

Doch was ist es nun was mein Herz erfreut?

Ich glaube das Freude und Glück nichts beschreibbares sind, nichts was man in Worten einfangen könnte.
Es erfreut mein Herz wenn mein Hund mich abschleckt, wenn ich spazieren gehen und wenn ich mich an den alten Baum lehne und dem Bach beim fließen zuschaue, wenn ich den Sonnenuntergang betrachte oder bei Nacht Glühwürmchen sehe.
Es freut mich wenn ich Gitarre spiele, wenn ich neue, gute Musik kennen lerne, wenn ich mich mit jemanden unterhalte der mich versteht.

Doch sind diese Freuden mit denen eines Geschenkes gleichzusetzen?
Ich denke nicht, sie sind von einer gänzlich anderen Natur und fühlen sich gänzlich anders an.

Sind sie deswegen schlechter?
Auf keinen Fall!
Diese Freuden machen einen Großteil dessen aus was mein Herz erfüllt.

Doch fürchte ich reicht diese Form von Glück nicht aus um einen Menschen gänzlich glücklich zu machen.
Ich denke, um eine fröhlicher Mensch zu sein muss man entweder sehr einfach gestrickt sein oder ein gesundes Maß an den verschieden Formen des Glücks besitzen.

Zwingt mich das dazu ein unglücklicher Mensch zu sein?

Nein.
Es zwingt mich nur dazu kein vollkommen glücklicher Mensch zu sein.
Solange man die Schönheit der Natur und das was einem Tag für Tag schönes geschieht als Glück empfinden kann, solange ist man nicht unglücklich.

Auch wenn man oft nicht durch den dichten Nebel des Leidens sehen kann, so gibt es doch diese Sachen die einem Tag für Tag ein lächeln schenken.

Zusammenfassend muss ich Festellen das mich diese Gedanken sehr Positiv gestimmt haben. Womit ich noch eine weitere Form des Glückes aufführen kann: Jenes Glück welches man empfindet wenn man etwas aus eigener Kraft vollbracht hat.



Anhang:
Meine Deutschlehrerin war nicht sehr erfreut darüber das ich den ganzen Unterricht über nicht wirklich anwesend war^^



Sonntag, 13. März 2011
Freude
Heute war wieder so ein Tag an dem nichts so verlief wie ich es mir vorstellte.
Der Kaffee war zu Stark, der Reifen an meinem Fahrrad kaputt und nicht einmal mein Hund wollte von mir gestreichelt werden!

Resignierend setzte ich mich wieder vor meinen Rechner und veröffentlichte einen Eintrag dieser Seite in einem sogenannten social network.
Still und heimlich hegte ich die Hoffnung das irgendwer über mein dortiges Profil stolpert, diesen Eintrag liest und gefallen daran findet.

Das war mein Traum.
Das wäre das Wunder das meine Lebensglut neu entfachen könnte.


Es gibt keine Wunder.
Nur das vorgegebene und die Taten der Menschen.
Alles folgt einem - vielleicht nicht vorherbestimmten - Plan.

So dachte ich.


Und jetzt habe ich so ein lächeln im Gesicht das überhaupt nicht mehr verschwinden will.
Wieso?
Meine leise Hoffnung wurde wahrhaftig erfüllt!

Aber ist das nun wirklich ein Wunder? Oder eben doch nur eine jener taten eines Menschen die zum Determinismus eines andern Menschen beitragen?

Das vermag ich nicht so sagen.

Jedenfalls fühle ich mich Glücklich! Man mag es sich nicht vorstellen können wie ich mich über eine solche Kleinigkeit zu freuen vermag.
Gleich einem Kinde das von seinem Vater gelobt wurde.
Gleich einem Kinde fühle ich mich das etwas Normales noch als Wunder ansehen kann.

Also kann Hoffen, Träumen und Wünschen nicht falsch sein.
Also können Hoffnungen, Träume und Wünsche tatsächlich erfüllt werden!

Und wenn ich weiterhin Hoffe, Träume und Wünsche werde ich Glücklich sein?
DAS ist es was ich mir wünsche!


Dieses Ereignis hat mir einen neuen Traum gegeben (oder ist wie ein Phönix aus der Asche meiner vergangenen Träume aufgestiegen).
Und wenn ich diesen Traum weiter Träume...wird er dann in Erfüllung gehen?

Ich Träume!



Samstag, 12. März 2011
Spaziergang
Heute Nachmittag habe ich für einige Zeit die beklemmende enge meiner 4 Wände verlassen um mich auf einen kleinen Spaziergang zu begeben.
Wie so oft streifte ich durch die mir wohl bekannte Natur die mein Dorf umrahmt.
Und wie ich da so lang schlenderte dachte ich einmal mehr über mich, mein Leben und das Leben das mich umgibt nach.

Lange (vielleicht eine Stunde?) nahm ich kaum etwas wahr und wanderte, tief in Gedanken versunken, über den kleinen Weg am Bach.
Traurig war ich, dachte wieder darüber nach was mein Leben so schlecht macht und dachte es gäbe keinen Weg es zu verbessern.

Dann hörte ich einen Vogel eine Fanfare für den nahenden Frühling pfeifen.
Der Nebel meiner Gedanken zerriss fast augenblicklich und ich sah den Bach, die Wiese, den Himmel und den Vogel.

Und plötzlich musste ich Lachen.

Aus irgendeinem Grund erfüllte mich das Bild das ich sah, der Anblick des Wassers das gemütlich seinem Lauf folgt, der Vogel der von einer Schönen Welt sang, der Klang der Kinder die irgendwo in der nähe spielten.
Ich wäre am liebsten zu dem alten Baum vor mir gestürmt und hätte ihm eine innige Umarmung geschenkt - Die Vernunft hielt mich davon ab.

Ich kann nicht sagen wieso ich von jetz auf gleich so unglaublich Glücklich war, was dieses eigentlich gewöhnliche Szenario in mir auslöste.

Ich freute mich genau jetzt, an diesem Ort zu existieren.

Ich freute mich zu Leben!

All die Sorgen, Ängste, Leiden die ich mein Eigen nannte fielen in diesem Moment in den Bach und wurden fort gespült; ich konnte ihnen nicht sehr lange hinterher schauen.

In diesem einen Moment fühlte ich mich Frei und Lebendig.
Ich wünschte mir das der Vogel niemals aufhörte zu Zwitschern, das die Kinder stets weiter beim spielen Lachen und das all die Natur um mich herum nicht verginge.

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Doch plötzlich hörte der Vogel auf zu Zwitschern und die freundliche Frau Leben brachte mir die Sachen zurück die mir versehentlich in den Bach gefallen waren. Stillschweigend und selbstverständlich nahm ich sie zurück.
Die Sonne die für einen Moment voll Freude ihre Strahlen zu mir hinab sandte wurde von der Wolke des Herrn Alltags bedeckt.
Ich wanderte weiter, versank wieder in meinen Gedanken.

Und still wünschte ich mir das erneut ein Vogel ein solch schönes Lied für mich zwitschern würde.