Monotonie
Ein lautes Gitarrenriff von Opeth reißt mich aus dem Schalf. Angenervt und übermüdet warte ich bis der Lärm endet und sich die Schlummer Funktion meines Handys einschaltet.
Entweder stehe ich beim zweiten klingen auf, gehe in die Küche, schalte die Kaffeemaschiene an und begebe mich ins Bad. Nachdem ich dort fertig bin trinke ich meinen Kaffee während ich alle Dinge für den folgenden Schultag in den Ranzen packe, begebe mich dann ins Auto und fahre los.
Oder ich lasse es solange klingen bis ich aufgrund Zeitmangels aus meinem Bett springe, irgendwie versuche die notdürftig übergeworfene Kleidung zu ordne, meinen Ranzen greife (so wie er ist) und so schnell wie möglich losfahre.
Nun beginnt die Schule.
Woche für Woche die selben Stunden, Tag für Tag die selben Leute und jedes mal in der ersten Pause überprüfe ich mein Portmonee drauf ob es genug Geld für einen Kaffee enthält.
Ich freue mich über Dinge, lache und bin Glücklich - bin aber ebenso oft, wenn nicht sogar öfter, angenervt, unmotiviert und habe Probleme mit den Menschen um mich herum (bzw. eher sie mit mir).
Um 16:00 Uhr endet die Schule, ich fahre einige Mitschüler nach Hause, bleibe vielleicht mal kurz bei einem Freund.
Irgendwann bin ich jedenfalls wieder daheim.
Hier werfe ich oft erneut die Kaffeemaschine an und setze mich vor meinen Computer, mache Musik an und drehe die Boxen auf. Nachdem ich überprüft habe das sich nirgends etwas interessantes ereignet hat mache ich mir mein Essen. Danach versinke ich wieder vor meinen Computer und mache diverse Dinge (z.b. in diesem Blog schreiben) oder gehe vorher noch einmal spazieren.
Irgendwann, meist spät Nachts, verliert das Koffein seine Wirkung und ich falle ins Bett.
Am nächsten morgen weckt mich erneut jenes Gitarrenriff von Opeth und alles beginnt von vorn.

Mein Leben scheint sich in einer Schleife zu drehen. Es gibt keine Höhe- oder Tiefpunkte, nichts besonderes, alles läuft immer nach dem selben Muster ab.
Verglichen mit einem Gemälde würde ich sagen das mein Leben einen Schönen Rahmen hat. Allerdings ist Leinwand leer.
Ich wechsle oft meinen Klingelton, meinen Desktop Hintergrund, meine Kaffeemarke. Doch das sind nur oberflächliche Änderungen, das Grundprinzip bleibt gleich.
Mein Leben ist langweilig.

Wenn ich mich irgendwo auf eine Wiese setze (die mir langweilig erscheint, da ich dort schon zu oft gesessen habe) und Nachdenke, dann gibt es einen Moment in dem ich die Schleife durchbreche.
Ich denke immer über verschiedene Dinge nach, zerbreche mir immer wieder den Kopf über andere Dilemmata und Träume von anderen Dingen.
Die Wolken da oben sind immer andere als letztes mal und die Vögel am Himmel scheinen auch nie die gleichen zu sein.

Doch diese Abwechslung ist nur von kurzer Dauer und bald schon zieht mich Väterchen Alltag wieder unter seinen Mantel.

Zusammenfassend würde ich sagen, das meinem Leben eine Farbton fehlt, etwas das all der langweiligen Monotonie einen Sinn gibt und sie in einem neuen Licht erscheinen lässt.
Viellicht gibt es diese Farbe ja bereits.
Jedenfalls sehe ich sie nicht.