Spaziergang
Heute Nachmittag habe ich für einige Zeit die beklemmende enge meiner 4 Wände verlassen um mich auf einen kleinen Spaziergang zu begeben.
Wie so oft streifte ich durch die mir wohl bekannte Natur die mein Dorf umrahmt.
Und wie ich da so lang schlenderte dachte ich einmal mehr über mich, mein Leben und das Leben das mich umgibt nach.

Lange (vielleicht eine Stunde?) nahm ich kaum etwas wahr und wanderte, tief in Gedanken versunken, über den kleinen Weg am Bach.
Traurig war ich, dachte wieder darüber nach was mein Leben so schlecht macht und dachte es gäbe keinen Weg es zu verbessern.

Dann hörte ich einen Vogel eine Fanfare für den nahenden Frühling pfeifen.
Der Nebel meiner Gedanken zerriss fast augenblicklich und ich sah den Bach, die Wiese, den Himmel und den Vogel.

Und plötzlich musste ich Lachen.

Aus irgendeinem Grund erfüllte mich das Bild das ich sah, der Anblick des Wassers das gemütlich seinem Lauf folgt, der Vogel der von einer Schönen Welt sang, der Klang der Kinder die irgendwo in der nähe spielten.
Ich wäre am liebsten zu dem alten Baum vor mir gestürmt und hätte ihm eine innige Umarmung geschenkt - Die Vernunft hielt mich davon ab.

Ich kann nicht sagen wieso ich von jetz auf gleich so unglaublich Glücklich war, was dieses eigentlich gewöhnliche Szenario in mir auslöste.

Ich freute mich genau jetzt, an diesem Ort zu existieren.

Ich freute mich zu Leben!

All die Sorgen, Ängste, Leiden die ich mein Eigen nannte fielen in diesem Moment in den Bach und wurden fort gespült; ich konnte ihnen nicht sehr lange hinterher schauen.

In diesem einen Moment fühlte ich mich Frei und Lebendig.
Ich wünschte mir das der Vogel niemals aufhörte zu Zwitschern, das die Kinder stets weiter beim spielen Lachen und das all die Natur um mich herum nicht verginge.

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Doch plötzlich hörte der Vogel auf zu Zwitschern und die freundliche Frau Leben brachte mir die Sachen zurück die mir versehentlich in den Bach gefallen waren. Stillschweigend und selbstverständlich nahm ich sie zurück.
Die Sonne die für einen Moment voll Freude ihre Strahlen zu mir hinab sandte wurde von der Wolke des Herrn Alltags bedeckt.
Ich wanderte weiter, versank wieder in meinen Gedanken.

Und still wünschte ich mir das erneut ein Vogel ein solch schönes Lied für mich zwitschern würde.