Montag, 14. März 2011
Utopia
Und eines Tages erwachte ich tatsächlich in meinem Utopia.
Anstelle der ewig tristen, weißen Zimmerdecke erblickte ich nach dem öffnen meiner Augen das satte grün gesunder Blätter die an den Ästen eines Kraftvollen Baumes wuchsen.
Verwundert und Verwirrt blickte ich mich.
Ich war auf einer kleinen Waldlichtung, um mich her unzählige Bäume, schöner als ich sie mir jemals hätte vorstellen können.
Und da war dieser Wasserlauf, gefüllt mit dem reinsten und unberühtesten Wasser das ich jemals gesehen habe.
Ich blickte hinauf, dorthin, von wo die Sonne mir die wärmsten und unverfälschtesten strahlen entgegen schickte die ich jemals gespürt hatte.
Dort sah ich einen Blauen, einen reinen Himmel. Die Wolken waren Weiß und schienen fröhlich fangen am Himmel zu spielen.
In ihrem eigenen, gemütlichen Tempo.
Warum sollten sie sich auch hetzen? In dieser Welt gab es nichts was ein Herz betrüben könnte, alles war wunderschön, es gab keinen Grund zu Angst und Furcht.
Ich erhob mich aus dem satten Gras um mehr von dieser unglaublichen Welt zu sehen.
Ich fühlte mich sündig eine solche Welt zu verschmutzen.
Jeder Schritt mit dem ich das Gras nieder trampelte kam mir wie eine Sünde vor.
Der Wind, der sanft durch mein Haar blies, trug ein Lied von unbeschreiblicher Schönheit zu meinem Ohr.
Wer konnte es sein, wer konnte in einer Perfekten Welt ein so wunderschönes Lied singen?
Meine schritte beschleunigten sich, ich achtete nicht mehr darauf so wenig schaden wie möglich anzurichten, ich stürmte einfach in die Richtung des Liedes.
Ich wollte wissen wer hier war!

Ein schrilles piepen zerriss die Perfekte Welt.
Ich schlug die Augen auf, starrte die triste, weiße Decke an.
Das Piepen missachten dachte ich weiter darüber nach wer dort gesungen haben könnte.
Den ganzen Tag beschäftigte mich diese Frage, den ganzen Tag stellte ich mit das Perfekte Gesicht einer Wunderschönen Frau vor.

Und so wurde es Abend.
Wieder legte ich mich in mein Bett.
Als ich die Augen schloss war mein Sehnlichster Wunsch weiter zu träumen, herauszufinden wer dort sang.
Ich wollte sie sehen, von tiefsten Herzen!

Und dann, kurz bevor ich einschlief, kam mir die Erkenntnis.
Niemals sollte jemand wie ich in das Angesicht dieser Frau schauen.
Niemals sollte jemand wie ich das Angesicht einer solchen Welt erblicken.
Denn alles was ich dieser Welt bringen könnte wäre Zerstörung. Ich habe aus Neugier und Wisssucht alles um mich herum egal werden lassen und nicht darauf geachtet was ich Zerstöre.
Ich war blind und egozentrisch.


Ich wünschte mir, es gäbe eine Welt wie jene, die sich mir im Traum zeigte.
Eine Welt ohne Zerstörung, ohne Leid, ohne Angst, ohne Neid.
Und vor allem ohne mich.



Freunde
Was sind Freunde?
Ab welchem Zeitpunkt darf man einen Menschen einen Freund nennen?

Ich frage mich das oft.
Die Menschen mit denen ich meine Zeit in und außerhalb der Schule totschlage, mit denen ich Feier und mit denen ich immer wieder irgendwelche verrückte Sachen machen....sind das meine Freunde?
Die Menschen mit die sich mit mir nur oberflächlich befassen und mit denen ich mich nur oberflächlich befasse?

Ich fürchte keine Freunde zu haben.

Ein Freund sollte doch jemand sein der einen kennt, der weiß warum man in einer bestimmten weise handelt, der einem hilft wenn er sieht das man am Boden liegt und mit dem man Tag für Tag durch Dick und Dünn geht.
Das sollte doch ein Freund sein?

Und wenn die eigenen "Freunde" Witze über einen machen, sind sie denn dann ernst gemeint?
Wenn sie über dich lachen, meinen sie es dann Böse?
Wenn sie deine Philosophien, deinen Lebensstil und alles was du sagst in frage stellen, wollen sie einen damit vor dem falschen weg bewahren?

Ich habe Angst das mich jene Menschen, mit denen ich Tag ein Tag aus die Zeit verbringe, verachten.
Verachten für das was ich mache, dafür wie ich bin, für meine Fehler, für mein Auftreten, für meine Gedanken, für meinen Lebensstil.
Ich habe Angst das ich nur mit ihnen zusammen bin weil ich mich ihnen unterbewusst aufdränge, weil ich nicht alleine sein kann.
Und sie einfach zu feige sind mir ihre Verachtung ins Gesicht zu schreien.

Ich habe Angst ganz alleine zu sein.

Der einzige weg herauszufinden was sie von mit halten wäre wohl sie zu fragen.
Doch könnten sie mir überhaupt antworten?
Wollten sie mir antworten?


Würden sie mir überhaupt zuhören?





Doch ich werde sie nicht fragen.
Zu groß ist die Angst das zu verlieren was mir noch geblieben ist.




Einem Freund sollte man doch alles sagen können?


Ich habe Angst davor mich ihnen anzuvertrauen.
Ich habe Angst davor das irgendwer weiß wer ich bin.
Ich habe Angst davor das man mich als Depp darstellt.
Ich habe Angst davor das man mich auslacht.
Ich habe Angst davor verachtet zu werden.
Ich habe Angst.
Ich habe Angst.
Ich habe....
SCHNITT!


Morgen werde ich mich wieder zu ihnen gesellen, wieder mit ihnen Lachen, wieder neue Dummheiten aushecken.
Und am Wochende treffen wir uns garantiert wieder und haben Spaß.
Und sollten es auch keine wahren Freunde sein, so sind es doch die Menschen mit denen ich Spaß haben kann, mit denen ich die Zeit verbringen kann und die mich in irgendeiner weise akzeptieren.
Zwar mag ich für sie "dieser komische Alternativling" sein, doch das ändert nichts daran das ich dazugehöre.



Doch die Angst bleibt.



Was mein Herz erfreut
Wieder löst eine kleine, unbedeutende Konversation mit Freunden in mir eine Gedankenflut aus.
Ein Freund hat seiner Freundin Donald Duck hefte gekauft und wird ihr jeden Mittwoch eines dieser Hefte schenken und somit ihr Herz mit Freude füllen.

Nun fragte ich mich, was mein Herz den erfreuen könnte?
Was es denn in meinem momentanen Leben gibt das mich wahrhaftig glücklich machen kann.
Was mich ebenso freut wie das Geschenk eines geliebten Menschen.

(Als ich meine Gedanken äußerte wurde ich natürlich mal wieder als "Idiot" beschimpft und mit "ahnungsloser" betitelt...)

Während ich in der nun folgenden Deutsch Stunde halbherzig das Gedicht Zwielicht von Eichendorff interpretierte dachte ich weiter darüber nach.

Obgleich ich viel Lache und mir oft die Zeit mit Blödeleien vertreibe fühle ich mich nur selten wirklich Fröhlich. Diese Freude ist nur sehr oberflächlich und nicht von Dauer.

Doch was ist es nun was mein Herz erfreut?

Ich glaube das Freude und Glück nichts beschreibbares sind, nichts was man in Worten einfangen könnte.
Es erfreut mein Herz wenn mein Hund mich abschleckt, wenn ich spazieren gehen und wenn ich mich an den alten Baum lehne und dem Bach beim fließen zuschaue, wenn ich den Sonnenuntergang betrachte oder bei Nacht Glühwürmchen sehe.
Es freut mich wenn ich Gitarre spiele, wenn ich neue, gute Musik kennen lerne, wenn ich mich mit jemanden unterhalte der mich versteht.

Doch sind diese Freuden mit denen eines Geschenkes gleichzusetzen?
Ich denke nicht, sie sind von einer gänzlich anderen Natur und fühlen sich gänzlich anders an.

Sind sie deswegen schlechter?
Auf keinen Fall!
Diese Freuden machen einen Großteil dessen aus was mein Herz erfüllt.

Doch fürchte ich reicht diese Form von Glück nicht aus um einen Menschen gänzlich glücklich zu machen.
Ich denke, um eine fröhlicher Mensch zu sein muss man entweder sehr einfach gestrickt sein oder ein gesundes Maß an den verschieden Formen des Glücks besitzen.

Zwingt mich das dazu ein unglücklicher Mensch zu sein?

Nein.
Es zwingt mich nur dazu kein vollkommen glücklicher Mensch zu sein.
Solange man die Schönheit der Natur und das was einem Tag für Tag schönes geschieht als Glück empfinden kann, solange ist man nicht unglücklich.

Auch wenn man oft nicht durch den dichten Nebel des Leidens sehen kann, so gibt es doch diese Sachen die einem Tag für Tag ein lächeln schenken.

Zusammenfassend muss ich Festellen das mich diese Gedanken sehr Positiv gestimmt haben. Womit ich noch eine weitere Form des Glückes aufführen kann: Jenes Glück welches man empfindet wenn man etwas aus eigener Kraft vollbracht hat.



Anhang:
Meine Deutschlehrerin war nicht sehr erfreut darüber das ich den ganzen Unterricht über nicht wirklich anwesend war^^