Samstag, 12. März 2011
Spaziergang
Heute Nachmittag habe ich für einige Zeit die beklemmende enge meiner 4 Wände verlassen um mich auf einen kleinen Spaziergang zu begeben.
Wie so oft streifte ich durch die mir wohl bekannte Natur die mein Dorf umrahmt.
Und wie ich da so lang schlenderte dachte ich einmal mehr über mich, mein Leben und das Leben das mich umgibt nach.

Lange (vielleicht eine Stunde?) nahm ich kaum etwas wahr und wanderte, tief in Gedanken versunken, über den kleinen Weg am Bach.
Traurig war ich, dachte wieder darüber nach was mein Leben so schlecht macht und dachte es gäbe keinen Weg es zu verbessern.

Dann hörte ich einen Vogel eine Fanfare für den nahenden Frühling pfeifen.
Der Nebel meiner Gedanken zerriss fast augenblicklich und ich sah den Bach, die Wiese, den Himmel und den Vogel.

Und plötzlich musste ich Lachen.

Aus irgendeinem Grund erfüllte mich das Bild das ich sah, der Anblick des Wassers das gemütlich seinem Lauf folgt, der Vogel der von einer Schönen Welt sang, der Klang der Kinder die irgendwo in der nähe spielten.
Ich wäre am liebsten zu dem alten Baum vor mir gestürmt und hätte ihm eine innige Umarmung geschenkt - Die Vernunft hielt mich davon ab.

Ich kann nicht sagen wieso ich von jetz auf gleich so unglaublich Glücklich war, was dieses eigentlich gewöhnliche Szenario in mir auslöste.

Ich freute mich genau jetzt, an diesem Ort zu existieren.

Ich freute mich zu Leben!

All die Sorgen, Ängste, Leiden die ich mein Eigen nannte fielen in diesem Moment in den Bach und wurden fort gespült; ich konnte ihnen nicht sehr lange hinterher schauen.

In diesem einen Moment fühlte ich mich Frei und Lebendig.
Ich wünschte mir das der Vogel niemals aufhörte zu Zwitschern, das die Kinder stets weiter beim spielen Lachen und das all die Natur um mich herum nicht verginge.

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Doch plötzlich hörte der Vogel auf zu Zwitschern und die freundliche Frau Leben brachte mir die Sachen zurück die mir versehentlich in den Bach gefallen waren. Stillschweigend und selbstverständlich nahm ich sie zurück.
Die Sonne die für einen Moment voll Freude ihre Strahlen zu mir hinab sandte wurde von der Wolke des Herrn Alltags bedeckt.
Ich wanderte weiter, versank wieder in meinen Gedanken.

Und still wünschte ich mir das erneut ein Vogel ein solch schönes Lied für mich zwitschern würde.



Sinnlose Existenz
Ich wäre gern ein Strahlender Ritter der seine Prinzessin vor all dem Schmerz und all dem Leid der Welt bewahrt, der sie beschützt, hütet und für sie jeder noch so großen Gefahr ins Auge blickt. Der ihr strahlendes Lächeln Tag für Tag zu bewahren vermag.
Der den Glanz in ihren Augen niemals erlöschen lässt.

Ich will der Held sein dessen Daseinsberechtigung seine Prinzessin ist.

Drachen würde ich mit meiner Lanze erstechen, Räuber mit meinem Schwert erschlagen und wenn es sein muss sogar König erdolchen.

Sie wäre mein Sinn im Leben.

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Doch betrachte ich die Realität so muss ich sehen das es niemanden gibt den ich als Prinzessin erwählen könnte.

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Am Anfang steht ein Traum.
Er ist das Licht am Himmel das einem stets den Weg weißt.

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Kann ich diesen Traum wirklich als Kompass nutzen?
Sollte ich nicht eher von einer Akademischen Ausbildung, einem gutem Beruf oder einem erfüllten Hobby Träumen als von solch surrealen Dingen wie Liebe, Leidenschaft, Zärtlichkeit, Treue, Vertrauen, Aufopferung und tiefer Innigkeit?
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Was sind Liebe, Leidenschaft, Zärtlichkeit, Treue, Vertrauen, Aufopferung und tiefe Innigkeit?
Mein eigener Traum ist für mich ein unlösbares Rätsel.
Ich kann nicht sagen was all diese Dinge bedeuten, wie ich sie erreiche oder wie ich sie mir überhaupt vorstellen muss.
Ich sehne mich nach etwas das ich nicht kenne.

Nach einer Sprache deren Klang ich schon lange verlernt habe.

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Wo soll ich enden?
Mein Traum kann ich mir nicht als Ziel setzten.
Was wird aus mir?
Ich werde mein Abitur machen und dann Studieren. Ohne eine genaue Vorstellung davon zu haben was ich eigentlich Studieren möchte.

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All mein Leben unter dem Stern eines für mich nicht greifbaren Traumes erscheint mir Sinnlos.

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Ich habe Angst.

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Cogito Ergo Sum?
Bin ich weil ich denke?
Kann das eine Daseinsberechtigung sein?

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Ich habe Angst am ende als ein Mensch dazustehen der nichts vollbracht hat. Zumindest nichts was ihn glücklich machen könnte.
Dazu führt es doch wenn man selbst das Ziel seiner Existenz nicht sieht?

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Ich habe Angst aus den Köpfen und Herzen aller um mich herum zu verschwinden und am Ende allein in der Mondlosen, Wolken verhangen Winternacht des Lebens zu erfrieren.

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Ich Träume davon zu Lieben und meine Geliebte zu schützen, ihr jeden Tag das lächeln zu geben das mir einen Sinn gibt.

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Ich habe Angst mich niemals jemanden öffnen zu können der meine Prinzessin werden könnte.
Ich habe Angst selbst derjenige zu sein der mich aus den Herzen aller verbannt.

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Ich habe Angst das meine Gedanken das Messer sind das mein Band zu meiner Prinzessin durchschneidet bevor ich sie überhaupt Kennenlernen kann.

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Ich habe Angst das mein Existenz Sinnlos war, ist und bleibt.

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Ich habe keine Angst vor dem Tod.
Ich habe Angst davor am Leben zu sein aber nicht gehört und nicht gesehen zu werden.
Ich will nicht Einsam sein.

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Ich Träume davon ein strahlender Ritter zu sein der das Lächeln seiner Prinzessin Tag für Tag zu bewahren vermag, der sie auf dem Rücken seines Glanzvollen Pferdes durch das Leben trägt.
Ich Träume davon zu Lieben, von ganzen Herzen und mit dem Einsatz meines Gesamten Körpers.

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Am Anfang steht ein Traum.
Ich Träume.

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Träume ich?



Wann bin ich daheim...? I
Seit einer (für mich) unendlichen Zeit fühle ich mich nun schon Leer und ausgelaugt.
Jeder Ort den ich besuche erscheint mir langweilig, jeder Mensch erscheint mir gleich, jede Faszination die mir innewohnt scheint zu einem uninteressanten teil meiner Persönlichkeit geworden zu sein, all die Sachen mit denen ich mir selbst beweisen konnte das ich auf dem richtigen Pfad über den Steilen Berg des Alltags wandere sind längst zur Gewohnheit geworden.
Und ich...ich erscheine mir selbst nur noch als ein ausgestopftes Tier.

Kurzum würde ich sagen: Ich habe das Gefühl das nichts von alldem was ich täglich erlebe eine Rolle spielt oder in irgend einer weise von Bedeutung wäre.

Woher kommt dieses Gefühl der elenden Leere, habe ich mich eine längere zeit gefragt.
Ich glaube die Antwort gefunden zu haben:

Es gibt KEINEN Ort den ich Zuhause nennen würde.

Ein Zuhause ist mehr als der Ort an den man jeden Tag zurückkehrt, mehr als der Ort an dem man die Nacht verbringt.

Oder?

Ein Zuhause ist doch ein Ort an dem man sich geborgen fühlt, an dem alle Ängste sich wie Blütenstaub im Wind verlieren, an dem alle Lasten des Tages von einem Abfallen, an dem etwas ist das die Leere in einem füllt und die Wunden versorgt, an dem man seinen erschöpften Leib mit neuer Energie füllen kann.
Ein Ort an dem man sich wohl fühlen kann.
Und dabei möchte ich ein Zuhause nicht auf ein Gebäude beschränken, nein, denn ein Zuhause kann quasi in jeder nur vorstellbaren Gestalt existieren.
Es kann ein kleiner Felsen an einem moosigen Bachlauf oder der Platz in den Kronen einer alten, kräftigen Eiche sein. Doch ebenso gut kann es auch der Schoß eines Geliebten Menschen oder die heiteren Worte seiner Freunde sein. Oder eben ganz klassisch die eigenen vier Wände.
Ich stelle nur eine Bedingung an ein Zuhause:
-> Es muss dieses eine, unbeschreibliche Gefühl in einem auslösen dort zu sein wo man hingehört. Das Gefühl Daheim zu sein.

Das ist ein Ort den vermutlich die meisten Menschen besitzen.
Doch was ist wenn einem eine solche Tankstelle der Lebenskraft fehlt?

Der Geist wird von Tag zu Tag schwächer während der Körper auch nach und nach in sich zusammen sackt. Im Kopf drehen nur noch unbegründete Ängste ihre immer gleichen Bahnen und ein ordnen seines Gedankenguts ist überhaupt nicht mehr möglich.
Und nachdem das erste Licht eines neuen Morgens einen weckt stellt man sich immer die gleiche frage:
Wo bin ich?

Doch das schrecklichste an allem ist diese unsäglich schmerzende Leere im Herzen. Ich kann nicht beschreiben wie es sich anfühlt...eben einfach Leer. Als wäre da NICHTS in meiner Brust.

Ich kann nicht sagen wie es dazu kam das ich mein Zuhause verlor oder was es war. Ich kann jedoch sicher sein das ich einst eine besessen haben muss, sonst hätte ich doch bereits vor langer Zeit das Handtuch geworfen.

Das einzige das ich im Moment mit Bestimmtheit sagen kann ist:
Ich habe etwas verloren!
Etwas fehlt mir!
Nirgends bin ich Daheim!

Und eine Frage tritt seit dieser Erkenntnis mit zunehmender Stetigkeit in den Vordergrund meines Denkens.
Wann bin ich daheim?

Bitte sag mir einer,
WANN BIN ICH DAHEIM?